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ToggleWarum du an Feiertagen immer wieder in die gleiche Rolle rutschst – und die anderen auch
Eigentlich sollte es schön sein.
Ein paar freie Tage.
Zeit mit der Familie.
Vielleicht ein gedeckter Tisch, ein bisschen Ruhe.
Und trotzdem merkst du schon vorher:
Innerlich gehst du in Position.
Du überlegst, wer was sagen könnte.
Wie die Stimmung kippen könnte.
Und was du tun musst, damit es „läuft“.
Was dabei oft passiert:
Du bist nicht einfach du selbst.
Du bist in deiner Rolle.
Familie ist kein neutraler Ort
In kaum einem anderen Kontext greifen unsere alten Muster so schnell wie in der Familie.
Nicht, weil du das bewusst entscheidest.
Sondern weil diese Dynamiken über Jahre – oft Jahrzehnte – gewachsen sind.
Da gibt es nicht nur einzelne Verhaltensweisen.
Da gibt es ein ganzes System.
Mit festen Plätzen.
Mit unausgesprochenen Erwartungen.
Und mit Rollen, die immer wieder besetzt werden.
Die offensichtlichen Rollen (die wir meist gut kennen)
Viele Frauen erkennen sich hier schnell wieder:
Die, die organisiert.
Die, die vermittelt.
Die, die merkt, wenn die Stimmung kippt – und versucht, sie aufzufangen.
Die, die schaut, dass es allen gut geht.
Und dabei oft als Letzte an sich selbst denkt.
Diese Rollen wirken nach außen „positiv“.
Verlässlich. Sozial. Stark.
Und gleichzeitig sind sie oft anstrengend.
Und dann gibt es die anderen Rollen
Über die sprechen wir seltener.
Die, die kritisiert.
Die, die nörgelt.
Die, die schnell unzufrieden ist.
Oder die, die viel Raum einnimmt – mit Emotionen, mit Erwartungen, mit Präsenz.
Diese Rollen wirken anstrengend.
Manchmal sogar ungerecht.
Und trotzdem gehören sie genauso dazu.
Kein Licht ohne Schatten
Was leicht übersehen wird:
Diese Rollen entstehen nicht unabhängig voneinander.
Sie bedingen sich gegenseitig.
Die, die sich kümmert, braucht ein Gegenüber, das Bedürfnisse hat.
Oder sie zumindest deutlich zeigt.
Die, die vermittelt, braucht Spannung im Raum.
Sonst gäbe es nichts zu glätten.
Die, die sich zurücknimmt, braucht jemanden, der Raum einnimmt.
Und umgekehrt.
Das heißt nicht, dass jemand „schuld“ ist.
Aber es heißt:
Das System funktioniert nur, weil alle auf ihre Weise mitspielen.
Warum sich diese Muster so hartnäckig halten
Weil sie – so anstrengend sie auch sind – eine Funktion erfüllen.
Sie geben Orientierung.
Sie schaffen Verlässlichkeit.
Sie halten Beziehungen auf eine bestimmte Art stabil.
Auch wenn diese Stabilität sich nicht immer gut anfühlt.
Deshalb ziehen sich diese Rollen oft über viele Jahre.
Manchmal ein ganzes Leben lang.
Und wer steigt irgendwann aus?
Interessanterweise sind es häufig die,
die lange „funktioniert“ haben.
Die, die sich gekümmert haben.
Die, die angepasst haben.
Die, die versucht haben, alles zusammenzuhalten.
Irgendwann wird es zu viel.
Und genau an diesem Punkt beginnt oft etwas Neues:
Der Wunsch, die eigenen Muster zu verstehen.
Und sich daraus zu lösen.
Die unbequeme Wahrheit (die gleichzeitig entlastend ist)
Auch wenn es sich manchmal anders anfühlt:
Du bist nicht nur Teil dieses Systems.
Du gestaltest es mit.
Nicht bewusst.
Nicht absichtlich.
Aber durch deine Rolle.
Und genau darin liegt auch deine Möglichkeit zur Veränderung.
Was sich verändert, wenn du das erkennst
Du musst nicht sofort alles anders machen.
Aber du kannst anfangen, zu beobachten:
Wann rutschst du in deine alte Rolle?
Was passiert dann im Außen?
Und was hält dieses Muster aufrecht?
Allein dieses Bewusstsein schafft bereits Abstand.
Und manchmal ist genau das der erste Schritt,
um nicht mehr automatisch mitzuspielen.
Und vielleicht nimmst du das mit in die nächsten Feiertage
Es geht nicht darum, alles zu analysieren.
Oder perfekt zu reagieren.
Sondern darum, dich selbst ein Stück besser zu verstehen.
Mit deinem Licht.
Und mit deinem Schatten.
Denn beides gehört dazu.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest
Wenn du merkst, dass dich diese Muster nicht nur an Feiertagen begleiten,
sondern auch im Alltag oder im Job immer wieder auftauchen,
dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Genau dabei begleite ich Frauen in meinem Coaching –
ruhig, klar und ohne dich in die nächste „Optimierungsrunde“ zu schicken.
Schreib mir gern, wenn du darüber sprechen möchtest.
Weitere Impulse rund um Familien- und Jobmuster
Wenn dich dieses Thema beschäftigt, findest du hier weitere Artikel,
in denen ich typische Dynamiken Schritt für Schritt aufdrösele:
[Job- und Familienmuster erkennen]
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In meinem Newsletter teile ich genau solche Gedanken –
alltagsnah, ehrlich und ohne Druck, etwas sofort verändern zu müssen.
Hinweis: Alle Angebote sind Coaching & Impulse. Sie ersetzen keine Therapie, keine Diagnosen und keine Heilversprechen.
